Neuanfang

Das letzte mal auf diesem Blog etwas passierte ist schon eine Weile her. Das hatte einerseits damit zu tun, dass ich mein OpenStreetMap-Content eher auf dem eingebauten Benutzerblogs von OpenStreetMap veröffentlichte aber auch daran, dass ich mehr Spaß am Podcasten habe. Damit ist vor allem der Podcast Mikrowelle gemeint, den Thomas und ich nun seit fast 2 Jahren betreiben.

Trotzdem habe ich ab und an das Bedürfnis Text ins Netz zu kippen. Allerdings schränkt mich Wordpress.com dabei an einigen Stellen zu sehr ein. (Oder es fühlt sich einfach nur eingeschränkt an.) Deswegen habe ich jetzt mal einen kompletten Blog-Neuanfang gewagt. Zu finden ist das ganze auf blattspinat.com. Warum das gerade so heißt ist relativ un­spek­ta­ku­lär und im ersten Blogartikel nachzulesen.

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Datensammelmaschiene selber bauen

Ich habe gerade die Blogfunktion von OpenStreetMap endeckt und gleich mal 2 Artikel rein gehackt. Der erste betrifft nur OSM, den Zweiten schmeiße ich hier aber einfach noch mal rein.

Ich habe ja eigentlich wenig mit Hardware Basteleien am Hut. Doch ich habe eine kleine Idee. TomTom und die anderen Kartenanbieter für Navigationssoftware sammeln ihre Daten für Geschwindigkeitsbegrenzungen usw. meines Wissens nach vollautomatisch mit Streetview ähnlichen Autos mit vielen Kameras.

Tom Tom Kamera Auto

Tom Tom Kamera Auto (Bildquelle)

Warum bastelt man sich nicht was ähnliches um die OpenStreetMap-Daten zu verbessern. Natürlich nicht so riesig und aufwändig – Ich denke da eher an eine kleine Kiste, die man sich irgendwo in die Ecke der Windschutzscheibe klebt. Als Grundlage würde sicher ein Rasberry Pi genügen. Der nimmt wenig Strom und sollte genügend Leistung haben um Bilderkennung zu können. Außerdem ist er schön klein. Jetzt noch ein günstiges GPS-Modul und eine Webcam mit etwas besserer Auflösung und ausreichender Framerate.

Jetzt bräuchte man eine Software die erstmal die wichtigsten Verkehrsschilder, wie Geschwindigkeitsbeschränkungen und Abbiegebeschränkungen erkennt. Von diesen Schildern wird jetzt einfach ein Bild gemacht und zusammen mit den GPS-Koordinaten gespeichert.

Jetzt bräuchte man noch eine Plattform, auf die man diese Bilder hochladen kann und sie dann auf einer Karte angezeigt werden können. Von einer Automatischen Verarbeitung und Eintragung der Daten halte ich noch nicht viel, da es ja auch Temporäre Geschwindigkeitsbegrenzungen und Baustellen oder ähnliches gibt. Ob man die Daten jetzt selber einträgt, oder das anderen Mappen überlässt kann dann jeder selber entscheiden. Oft sind solche Bilddaten ja auch zur Überprüfung komplizierter Kreuzungen hilfreich.

Wenn man jetzt noch ein WLAN-Modul in das kleine Gerät mit einbaut, könnten die Bilder auch automatisch hochgeladen werden, sobald ein offenes WLAN oder ein heimisches Netzwerk in Reichweite ist. Dann könnte man dieses Gerät z.B. auch einfach dem Bekannten, der beruflich den ganzen Tag Auto fährt in sein Fahrzeug einbauen.

Ich denke, dass sich solch ein Gerät für unter 100€ bauen lässt. Softwareseitig könnte man sicher die Bilderkennungssoftware/Framework OpenCV benutzen. (Ist das erste was ich gefunden habe. Vielleicht gibt es ja für diesen Anwendungsfall etwas besseres.) Vorerst müsste man ja nur rote Ringe mit weißem inneren (Geschwindigkeitsbegrenzungen) und blaue Kreise (Abbiegebeschränkungen) erkennen.

Bitlove für Alle

Podprox Icon(Hier oben ist sehr viel Einleitung – Weiter unten steht dann das wichitge)

Das erste mal, dass ich wirklich über BitTorrent gestolpert bin, war als ich die Aufzeichnungen vom  24C3 herunter laden wollte. Damals habe ich mir keine Wirklichen Gedanken darüber gemacht. Als ich die Aufzeichnungen vom 25C3 herunter lud fand ich das ganze System ziemlich cool und sozial. Beim 26C3 versuchte ich dann selber die Torrents von den Streamdumps zusammen zu sammeln. Ich war einfach von dem System ziemlich begeistert.

Neben Congress-Videos bestand meine Bildung ansonsten vor allem aus dem CRE-Podcast. Doch hier gab es keine Torrents – dafür aber bei Erscheinen einer neuen Folge oft nur langsame Downloads. Doch warum gibt es für ein so ähnliches Format keine Torrents, obwohl es bei den Aufzeichnungen vom Congress so gut funktionierte? Zwei Hauptgründe hatte ich damals im Kopf: Zum einen wollen sich viele Podcaster nicht mit noch mehr Technischem Klimbim wie der Erstellung von Torrents und zusätzlichen Feeds beschäftigen und zum anderen gibt es keine Podcast-Clients, welche mit BitTorrent-Feeds umgehen können. Ich hatte die Idee einen Client zu schreiben, der das alles löst. Er sollte Torrents automatisch erstellen und den BitTorrent Feed per P2P unter den anderen Clients verteilen. Doch bei dem Konzept ist es geblieben und ich habe nie ernsthaft angefangen das zu implementieren.

Doch seit einiger Zeit gibt es die Plattform Bitlove.org, welche den Podcastern die Arbeit mit den BitTorrent-Feeds abnimmt. Das ist einfach großartig, weil sich endlich was tut beim Thema BitTorrent und Podcasts. Noch schöner ist, dass Bitlove so gut angenommen wird.

Doch ein Problem besteht immer noch: Es gibt immer noch nicht viele Podcast-Clients, die mit BitTorrent  umgehen können. (Ja ich weiß es gibt Miro, aber wirklich gut ist der auch nicht.) Zwar schafft Bitlove endlich den Anreiz, dies zu ändern und entsprechende Clients zu bauen, doch auch die Art Podcasts zu konsumieren hat sich in den letzten Jahren ein wenig geändert: Podcasts werden vor allem auf Smartphones (jedenfalls so meine Wahrnehmung) konsumiert. Der kleine Unterschied ist dabei, dass die Clients auch auf den Smartphones laufen.

Auf dem iPhone haben wir hier dass Problem, dass Apple anscheinend BitTorrent nicht mag und BitTorrent Clients nicht in den Store lässt. Vielleicht könnte man hier ein wenig tricksen in dem Man in der App-Beschreibung nicht von BitTorrent sondern von „Der Revolutionären und Sozialen P2P Technology“ spricht. Aber selbst wenn die App den Zulassungsprozess einmal passiert bleibt die Zukunft solch einer App ungewiss.

Doch vor allem stellt sich die Frage ob BitTorrent auf einem Smartphone überhaupt sinnvoll ist. BitTorrent kann nur genutzt werden, wenn sich das Telefon im WLAN befindet, da sonst das Tarif-Volumen wohl sehr schnell erreicht wäre. Außerdem müsste die Podcast-App dann die ganze Zeit laufen um zu Seeden. Dies würde wieder Akku-Probleme mit sich bringen. Kurz: BitTorrent Podcasts am Smartphone ist gar nicht so sinnvoll.

Hier fängt das wichtige an

Das führt zu einer entscheidenden Frage: Muss sich denn wirklich der Podcast-Client um den BitTorrent kram kümmern? Und hier fängt auch eigentlich erst der Artikel an. Wir könnten doch ein kleines Programm zwischen Client und BitTorrent-Feed hängen, welches die Torrents herunter lädt und sie dann an der Podcast-Client unserer Wahl ausliefert.

Genau solch ein Programm habe ich gebaut. Faldrian hatte schon etwas ähnliches gebaut und ich habe mir sein Script genommen und weiter gebastelt. Herausgekommen ist Podprox. Im Grunde ist dies ein kleiner Proxy für Podcastfeeds, welcher aus Bitlove-Feeds wieder ganz normale Podcast-Feeds macht, die Dateien aber mit Transmission herunterlädt und an den Podcast-Client ausliefert und den Torrent dann weiter seedet. Der Gedanke dahinter ist, dass viele Podcasthörer daheim Homeserver oder ein NAS oder sonstige Computer, welche den ganzen Tag oder auch nur ein paar Stunden laufen, stehen haben. Auf diesen Geräten soll dann Podprox laufen. In den Podcast-Clients müssen nur die Feed-URLs geändert werden. Als kleiner Nebeneffekt müssen, wenn ihr Podcasts auf verschiedenen Geräten hört, die Dateien auch nur noch einmal herunter geladen werden.

Die einzige Vorraussetzung für Podprox ist Python und Transmission, wodurch das Skript auf so ziemlich jeder Maschine laufen sollte. Eine Anleitung zur Installation gibt es auf der Bitbucket-Seite. Ich will nicht  behaupten, dass das ganze schon fertig ist, aber es läuft erstmal soweit. Es währe toll, wenn ihr Verbesserungsvorschläge und weitere Ideen dazu habt.

Für Synology

Da die DiskStations von Synology sehr weit verbreitet sind und ich auch so ein Gerät habe, habe ich für diese Geräte ein Paket gepackt um die Installation zu vereinfachen. Diese ist jetzt mit wenigen klicks möglich. Dazu habe ich auch eine kleine Informationsseite gebaut. Hier gibts auch noch mal ein Anleitungsvideo in welchem ich zeige wie schnell man Podprox auf der DSM installieren kann:

Ich denke, dass dies ein wenig einfacher ist, als Podprox auf anderen Systemen zu installieren. Deswegen würde ich mich freuen, wenn jemand Programme/Pakete/wasauchimmer für andere Systeme baut um auch dort die Installation zu vereinfachen.

So und nun?

Ich hoffe, dass Podprox das Problem der fehlenden Podcastclients mit BitTorrent Unterstützung löst und Podcasts mehr per BitTorrent verteilt werden. Außerdem wäre es toll wenn mal jemand mit über den Code drüber schaut auch wenn er sicher nicht sehr sauber ist. (zeigt mir doch mal wie man sauberen Code schreibt.) Wie oben angesprochen wären Skripte zur einfachen Installation echt super.

tl;dr: Schau mal hier und da


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Gebt dem Netz eine eigene Nachrichten-Sendung

Im Netz (unter Netz verstehe ich meine Twitter-Blase) wird sich immer wieder darüber aufgeregt, dass die „Großen Medien“ über bestimmte Dinge nicht berichten. So auch wieder in den letzten Tage beim #refugeecamp. Vor allem ARD und ZDF werden auf Twitter heftig kritisiert, dass sie nicht berichteten.

Einerseits ist das ein Problem, da bestimmte Themen, welchen eigentlich mehr Aufmerksamkeit zusteht von „Der Öffentlichkeit“ nicht wahrgenommen werden. Andererseits besteht das Problem, dass es oft einfach keine Informationen gibt. Die ersten Tage haben sich sicher viele Twitterer gefragt worum es beim #refugeecamp geht. Oft ist da die einzige Möglichkeit so lange durch die Twittersuche zu scrollen, bis man sich ein Bild der Sache machen konnte. Eigentlich möchte man diese Zeit aber nicht investieren.

Warum machen „Wir“ also nicht unseren Eigenen Fernsehkanal. Ich meine das nicht in dem Sinne, dass wir uns einen eigenen Satelliten-Sendeplatz mieten. Eine Wöchentlich Produzierte Nachrichtensendung von einer Länge von 15 Minuten auf Youtube würde für den Anfang schon völlig reichen. Zu Wichtigen Ereignissen kann man auch eine Sondersendung zwischendurch Produzieren. Wichtig ist, dass es eine einigermaßen Objektive Zusammenfassung von Ereignissen gibt und sich nicht jeder alles per Hand zusammen suchen muss. Bei Podcasts funktioniert das ja recht gut und hier gibt es auch Sachen, welche in diese Richtung gehen. Im Videoformat ist mir allerdings nichts bekannt.

Mit solch einer Show hätte man immer ein Ziel auf welches man verweisen könnte, wenn jemand fragt worum es bei diesem und jenem denn überhaupt geht. Und wenn die Show gut genug gemacht ist kommt die Aufmerksamkeit irgendwann auch von ganz allein.

Wichtig ist, dass dies ein Projekt ist, dass niemand allein schaffen kann. Es wäre echt toll, wenn sich ein Team zusammen finden könnte. Ich würde mir da aber ungern den Hut aufsetzen, da ich erstens dafür grad nicht wirklich Zeit habe (ja ich bin zu faul), und außerdem von journalistischer Arbeit keine Ahnung habe.

Nachtrag:
Mir fällt gerade das Bundesradio-Wahlstudio ein. Nicht ganz das was ich meine aber das hatte ich als Beispiel als Videoproduktion noch im Kopf.

Bei Livestreams wie z.B. vom #refugeecamp ist es vor allem ein Problem, dass es zwar den Livestream und Aufzeichnungen gibt, aber es nicht einfach ist sich die Relevanten 10 Minuten aus den 12 Stunden Videomaterial heraus zu suchen.

Es wäre toll wenn, sich alle die interesse hätten mal in den Kommentaren zu Wort melden würden, damit man sich zusammen finden kann.


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Google Satellitenbilder auf iOS6 mit OpenMaps

Mit iOS6 hat Apple die Google-Karten und aus dem System geworfen und durch eigene ersetzt. Prinzipiell kein Problem, doch leider sind die Karten und die Satellitenbilder Qualitativ eher minderwertig. (Hier mein Rant dazu.) Doch mit Hilfe der App OpenMaps, welche ich auch als Kartenersatz empfehle, gibt es die Möglichkeit die Google-Satellietenbilder aufs iOS Gerät zu bekommen. Solange wir noch auf Googles eigene Karten-App warten müssen, sollte das als Zwischenlösung reichen. Zu beachten ist, dass dieser kleine »hack« wahrscheinlich gegen die GoogleMaps-API-Richtlinien verstößt, (Dabei nutzen wir doch die API gar nicht.) und, dass es je nach Ort unterschiedlich gut funktionieren wird.

Zu erst müssen wir uns bei Google eine URL klauen.

Bild URL holen

Ich hab das mal in einem Video festgehalten:

Noch mal als genaue beschreibung:

Dazu geht ihr mit Chrome auf GoogleMaps und aktiviert den Luftbildmodus und deaktiviert das Kartenoverlay. Dann öffnet ihr das Kontextmenü mit der rechten Maustaste. (am besten in der linken Sidebar). Dann klickt ihr im Kontextmenü auf »Element untersuchen«. Jetzt wird euch entweder ein Fenster oder eine Leiste am unteren Fensterrand gezeigt. In diesem Entwicklermenü klickt ihr dann auf Network. Jetzt schiebt ihr die Karte im Browser ein wenig hin und her oder zoomt ein wenig rum – dahin wovon ihr das Bildmaterial braucht. Jetzt scrollt ihr im Entwicklermenü ganz runter. Das letzt Element sollte ein Bild sein. Wenn es kein Luftbild ist scrollt ein wenig nach oben und sucht ein Luftbild. Hier schnappt ihr euch die URL in dem ihr drauf klickt und dann rechts weiter runter scrollt. Die URL sollte ungefähr so aussehen: https://khms1.google.de/kh/v=117&src=app&x=17623&s=&y=10959&z=15&s=Gali

Die URL müssen wir Dann ein wenig abwandeln. Die zahl hinter x= ersetzt ihr durch <x> die hinter y= durch <y> und die hinter z= durch <zoom> . Das ganze sieht dann so aus: https://khms1.google.de/kh/v=117&src=app&x=<x>&s=&y=<y>&z=<zoom>&s=Gali

in OpenMaps eintragen

Wenn ihr OpenMaps geladen habt kommt ihr über den runden Button rechts unten in das Menü. Dort geht ihr in das Settings-Menü. Hier findet ihr im Abschnit Map als erstes die Option »Type«. Diese wählt ihr aus aus. Jetzt rechts oben auf »Edit«. Dann scrollt ihr ganz runter und wählt »add new type«. Jetzt gebt ihr dem Kartenstil einen Namen wie z.B. Satellit und schreibt oder kopiert ihr die URL, welche wir uns gerade gebastelt haben in die »URL Format«-Zeile. Also z.B. http://khm0.google.com/kh/v=87&x=<x>&y=<y>&z=<zoom&gt;

dann drückt ihr auf »Save« dann auf »Done« und dann wählt ihr euren neuen Kartenstil aus und könnt loslegen. Wahrscheinlich wird die Abdeckung nicht flächendeckens sein. Also sucht euch die Stelle an der ihr die URL erzeugt habt. Wenn ihr die nicht findet, sucht sie mit einem anderen Kartenstil.


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Es gibt einen sinnvollen Anwendungsfall für QR Codes! WTF!

Ja ich glaube diese Überschrift selbst kaum. Und als ich diese Idee hatte, wie man QR-Codes sinnvoll nutzen könnte hatte ich auch ein wenig Angst vor mir selbst.

Irgendwie steht mittlerweile auf jedem Werbeplakat ein QR Code, welcher meist auf eine URL-verweist. In der Regel sind das sehr kurze URLs, welche man wahrscheinlich schneller abgetippt hat, als den Code zu scannen. Das erste mal, dass ich aus Mitleid ein QR-Code von einem Plakat scannte, war es eine URL, welche Effektiv aus 4 Zeichen bestand. Dass es noch Sinnloser geht zeigt der Blog WTF QR CODES mit meinem Absoluten Lieblingsbild.

Doch ich hatte, als ich dass letzte mal bei einem Kumpel war und sein elend langes zufällig generiertes Wlan-Passwort über die Bildschirmtastatur vom iPhone einhämmerte (es klappte nach dem 4. mal) eine Idee. Ja klebe doch einen QR-Code mit dem blöden WLAN-Passwort auf dein Router. Menschen, welche ich in meine Wohnung lasse, gebe ich auch das WLAN-Passwort. Und meist haben die sowieso nur ihr Telefon dabei. Klar bei Computern gehts nicht (so gut), aber die haben wenigstens eine echte Tastatur.

verstaubter Wlan Router mit QR-Code

verstaubter Wlan Router mit QR-Code

Wie ich DEBASIS DE traf

DEBASIS DE

DEBASIS DE 26.05.2012 in Dresden
CC-BY-NC-ND ubahnverleih

Auf einem Nachmittagsspaziergang durch Dresden kam mir ein Mann entgegen und fragte mich ob ich denn Englisch spreche. Als ich ihm antwortete schien er Erleichtert. Er erzählte, dass er aus Indien kommt. Wir unterhielten uns ein wenig und er erzählte dass er Missionar ist und durch die Welt reist. Er meinte, dass er schon über Hundert Länder bereist hat (nannte auch die genaue Zahl ich habs nur wieder vergessen), jetzt aber Lange krank war. Sein Ziel ist es Tibet noch vor seinem Tod zu befreien, wo er und seine Familie eigentlich her kommen, wenn ich das Richtig verstanden habe.

Dann wollte er mir einen Namen aufschreiben, allerdings hatte keiner von uns einen Stift und er fragte einfach einen Fahrradfahrer, der vorbei kam ob er uns einen Stift borgen könne. Er schrieb mir seinen Namen auf einen Rewe-Kassenzettel, den ich hervorgekramt hatte. »DEBASIS DE ganz einfach«. Ich sollte den Namen unbedingt mal googeln.

Dann fragte er mich ob ich ihm nicht ein gefallen tun könne: Ich solle ein Foto von ihm machen und das zusammen mit seinem Namen an alle Zeitungen schicken. Die würden ihn kennen. Und ich solle Seine Adresse solle ich ihnen auch geben. Beim Fotografieren legte er vorallem Wert darauf, dass man das Unicef-Logo auf seiner Tasche sehen kann. Dann verabschiedete er sich.

Ich war erst mal ein wenig verwirrt. Es hört sich erst mal seltsam an wenn jemand meint ich solle alle Zeitungen und Fernsehsender anschrieben. Er scheint allerdings nicht für seine Religion zu Missionieren, sondern eher für den Frieden. Um das selbst einzuschätzen könnt ihr die Artikel unten lesen.

Zuhause angekommen googelte ich wie gewünscht ein wenig nach ihm und, dass was er erzählte schien offensichtlich zu stimmen. Er wandert anscheinend seit 1991 durch die Welt. Hier eine Zeitungs-Artikel über ihn:

Auf jedenfall war es ein interessantes Erlebnis

Die Sache mit dem Zeitungspapier

Eigentlich komme ich ja vom Dorf. Dort spielen dinge wie kostenlose Zeitungen und Werbung nicht so die große Rolle. Da kommt maximal zweimal mal in der Woche jemand mit dem Fahrrad vorbei und bringt die kostenlose Lokalzeitung vorbei in der ein wenig Werbung liegt. Die ließt man oder legt sie gleich in die blaue Tonne oder benutzt sie als Ofenanzünder.

Die letzten 3 Jahre lebte ich in Löbau, einer ziemlich kleinen Stadt welche man in der nähe deutscher Ballungsgebiete wahrscheinlich als Dorf bezeichnen würde. Auch hier war die Sache mit der ungewollten Papierflut kein Problem. Ich löste sogar den Aufkleber »Bitte keine Werbung einwerfen« vom Briefkasten um Altpapier für irgend eine Schulaktion zu sammeln.

Mittlerweile wohne ich in Dresden. Hier wurden täglich gefühlt mehrere Tonnen Papier in meinem Briefkasten geknüllt. Doch der Aufkleber »Bitte keine Werbung einwerfen« allein bringt hier ziemlich wenig, da es auch noch diverse kostenlose Zeitungen gibt welche den weg in meinen Kasten finden. Allein der Fakt, dass sich der Zeitungsjunge dabei denkt »Is doch keine Werbung – ist ne Zeitung wo ich Werbung rein gelegt habe« rechtfertigt schon die Erweiterung zu »Bitte keine Werbung oder kostenlose Zeitungen einwerfen«. Glücklicherweise hält sich die Mehrheit der Zusteller tatsächlich daran.

Zeitung die Fest im Briefkasten verankert ist

Zeitung die Fest im Briefkasten verankert ist

Doch was mich stört ist die offensichtliche Dämlichkeit der Zeitungsjungen*. Ich dachte ja erst die legen die Zeitung so seltsam in den Kasten, weil dieser schon bis oben voll ist. Allerdings zeigt sich, dass selbst wenn der Briefkasten leer ist, die Zeitung so eingelegt wird, dass diese wieder aus dem Kasten fällt sobald ein kleiner Windstoß um die Ecke weht oder die vorbeifahrende Straßenbahn den Boden vibrieren lässt. Vielleicht ist es auch ein Sport nach dem Motto: »Die Zeitung fällt erst aus dem Kasten wenn ich es nicht mehr sehe« und hier finden gerade die heimlichen Weltmeisterschaften statt. Egal was, es führt jedenfalls dazu, dass die ganze Straße voller Papier-Müll liegt und wenn es geregnet hat man mit dem Füßen in Pappmaché kleben bleibt.

Übrigens will ich damit nicht den unterbezahlten Paket und Briefzusteller, welche teilweise wirklich tolle dinge tun, ans Bein pissen. Wobei wo wir gerade dabei sind: Ich hob auch schon wichtig aussehende Briefe, welche wohl einfach auf die herausfallende Zeitung gelegt wurden, von der Straße auf um sie wieder in den richtigen Kasten zu werfen. Auch hier war unter der Zeitung noch genug Platz für Wichtige Briefe.

Seit Montag bekomme ich die FAZ in einem kostenlosem Abo für Studenten, was ich übrigens total super finde. Und ich weiß über geschenkte sachen regt man sich nicht auf und so. Allerdings fand ich Heute morgen (am Zweiten Tage des Abos) keine FAZ sondern eine Sächsische Zeitung im Kasten. Alles nicht schlimm und Positiv zu bemerken ist, dass beide Zeitungen wirklich richtig im Briefkasten lagen. ich werde jetzt ein FAZ Aufkleber an den Kasten kleben und das ist alles auch nicht so schlimm und ich wollte es auch nur mal so bemerken.

Außerdem fällt mir gerade auf, dass es Briefkasten und nicht Zeitungskasten heißt usw. Allerdings würde ich auch gern wissen ob das bei euch genauso ist.

*Hallo das ist nicht persönlich oder als Beleidigung oder sonst irgendwie gemeint. Und ja ich weiß, dass ihr genauso unterbezahlt seid und bestimmt ne Menge Ärger bekommt wenn ich bei eurem Arbeitgeber anrufe. Aber keine Angst: Zu sowas bin ich zu Faul, die Sache zu unwichtig und ich auch nicht Arschloch genug. Außerdem erhält es dem Hausmeister hier wohl seinen Arbeitsplatz, da der ja das Papier wieder aufräumen muss. Wollte das hier nur schreiben um mich wichtig zu fühlen usw. Ihr kennt das ja.

Warum Kiffer Kriminelle sind…

Trinkst du nach getaner Arbeit gern mal ein Bier? Oder am Abend zum Tagesausklang auch mal einen guten Wein? Oder zum Anstoßen auf den runden Geburtstag einen Sekt? Vielleicht rauchst du auch zwischen durch, oder sogar Regelmäßig mal eine Zigarette? Oder entspannst du dich gern mit Freunden bei einer Schischa?

Ich glaube die meisten können wenigstens eine dieser Fragen mit Ja beantworten. Und jetzt stellt euch einmal vor Alkohol und Tabak wären verboten und würden strafrechtlich verfolgt! Dann wisst ihr ungefähr wie sich ein Cannabiskonsument fühlt, der sich gelegentlich zum entspannen mal einen Joint anzündet. Aber halt! Hier betrifft es nicht nur Menschen, welche eine Droge (Ja Alkohol und Nikotin sogar Coffeein sind auch Drogen) zum Entspannen oder Feiern benutzen, sondern auch Menschen, welche Cannabis als Medizin benutzen, denn Cannabis ist ein sehr wirksames und vielseitiges Medikament. Und das nicht weil Kiffer sich damit gern verteidigen, sondern weil es Menschen hilft, welche Beispielsweise unter Spastiken, chronischen Schmerzen, Depressionen, Übelkeit oder sogar an Krebs leiden. Gegen welche Krankheiten Cannabis noch hilft, könnt ihr zum Beispiel im Wikipedia Artikel „Cannabis als Arzneimittel“ nachlesen. Alle diese Menschen werden wie Kriminelle behandelt, nur weil sie ihre Krankheiten behandeln möchten oder sich nicht für Alkohol sondern für eine andere Droge entschieden haben. Ist das immernoch fair?

Die beliebteste Antwort auf diese Frage ist dann: „Aber Kiffen ist doch so gefährlich!“ – Dies ist allerdings nicht richtig – Und das kann ich sagen ohne Cannabis zu verharmlosen. Natürlich ist Cannabis nicht ungefährlich, so wie jede andere Droge auch. Allerdings ist sie eben nicht gefährlicher als Alkohol – nach einigen Studien sogar deutlich ungefährlicher als Alkohol. Um dies zu verdeutlichen könnt ihr euch dieses Video mal ansehen in dem Alkohol mit Cannabis verglichen wird.


Im Gegensatz zu Alkohol oder Heroin gibt es bei Cannabis keine realistische Überdosis. Jährlich sterben zwar 40 000 Menschen an den Folgen von Alkohol, jedoch niemand an den direkten Folgen von Cannabiskonsum. Ist die Sache immernoch Fair? Auch ein „nichtkiffer“ sollte doch einmal solidarisch mit seinen „Drogenkollegen“ sein und den Mut haben die Cannabispetition zu unterschreiben, welche eine Entkriminalisierung, wohl gemerkt keine Legalisierung von Cannabiskonsumenten fordert. Schon allein weil die zu erreichenden Unterschriften nicht gleich dazu führen, dass die Konsumenten entkriminalisiert werden, sondern dass endlich wieder in der Politik darüber diskutiert wird.

Wäre es nicht besser Alkohol zu verbieten anstatt Cannabisprodukte zu legalisieren?

Diese Frage ist sehr Leicht zu beantworten, denn so etwas wurde in den USA zwischen 1919 und 1933 in den USA versucht. Dieses Experiment hatte allerdings nicht den gewünschten erfolg. So stieg die Verbrechensrate deutlich an und kriminelle Strukturen bildeten sich.

Aber es muss doch einen Grund haben warum Cannabis verboten wurde?

Ja den gibt es auch – leider ist dies aber nicht auf die Gesundheitlichen Probleme, sondern mal wieder auf die Interessen von großen Konzernen zurück zu führen. So wurde Cannabis wärend der Opiumkonferenzen auf drängen von Chemiekonzernen (Bayer), die Angst um ihre Absatzmärkte für Heroin z.B. in Ägypten hatten, in die Liste der verbotenen Betäubungsmittel aufgenommen, obwohl sich viele Staaten (z.B. Indien) dagegen gewährt hatten.

Das Amerikanische Hanfverbot ist auf Rassismus (denn Cannabis war der Tabak der Armen, Einwanderer und Sklaven, die es zu Unterdrücken galt) und auf die Baumwollindustrie, welche in Faserhanf einen zu starken Konkurrenten sah, zurückzuführen. Ausgetragen wurde der Krieg gegen Hanf vor allem durch Harry J. Anslinger, welcher beispielsweise mit Propagandafilmen für den schlechten Ruf und für das Verbot der Pflanze kämpfte.
Ist die Kriminalisierung von Cannabis immernoch gerecht?

Aber muss man nach einer Legalisierung nicht damit rechnen, dass alle Anfangen zu kiffen?

In den Niederlanden gibt es seit 1976 sogenannte Coffeeshops in denen der Verkauf von Cannabisprodukten (maximal 5 Gramm pro Person) toleriert wird. (Nein auch in den Niederlanden ist Cannabis nicht legal, es wird nur toleriert.) In den Niederlanden ist trotzdem kein Anstieg der Cannabiskonsumenten zu verzeichnen. Die Anzahl der Drogentoten ist durch die Trennung zwischen weichen und harten Drogen sogar gesunken. Früher mussten die Cannabisprodukte beim Dealer gekauft werden, welcher gleichzeitig auch harte Drogen verkaufte. Auch die prozentuale Anzahl der Cannabiskonsumenten in den Niederlanden ist geringer als zum Beispiel in Deutschland oder den USA.

Wenn du auch der Meinung bist, dass es nicht gerecht ist, wie Cannabiskonsumenten in Deutschland behandelt werden, zeichne die Petition zur Entkriminalisierung von Cannabiskonsumenten mit! Du musst auch keine Angst haben, dass du wegen der Mitschrift der Petition verfolgt wirst, denn die Mitzeichnung der Petition ist auf keinen Fall ein Hinweis darauf, dass du Cannbis konsumierst. Außerdem müssen die Daten vertraulich behandelt werden. Dein Name unter der Petition ist auch über Suchmaschienen nicht zu finden, also brauchst du auch keine Angst vor deinem Arbeitgeber, deiner Familie oder sonst irgendjemanden haben. (Außerdem kannst du deine Unterschrift ja auch erklären.) Mehr Informationen dazu gibts auch hier.

Du willst noch mehr zu dem Thema wissen? Ich kann dir die Dokumentation „das Milliarden Dollar Kraut“ empfehlen. Hier werden vor allem die vielen verschieden Anwendungsmöglichkeiten von Hanf in der Industrie  gezeigt.

Außerdem lese ich gerade zwei Bücher, welche ich auch Empfehlen kann:

  • „Von Hanf ist die Rede“ von Hans-Georg Behr
  • „Die Wiederentdeckung der Nutzpflanze Hanf“ von Jack Herer und Mathias Bröckers

Beide Bücher habe ich gebraucht bei Amazon für zusammen etwa 7€ gekauft.

Außerdem gibt es auf Youtube und anderen Videoseiten viele Dokumentationen über Cannabis zu finden. Auch im restlichen Web gibt es jede Menge Dokumente zum Thema.


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Der Welthunger und ich

Unabhängig davon, dass einige Menschen zu glauben scheinen, dass nur in der Weihnachtszeit in der Welt gehungert wird und man deswegen nur in der Adventszeit für irgendwelche Hilfsprogramme die im Televisor gehyped werden spenden, machte ich eine (mir) eher unangenehme Feststellung. Immer öfter bleibt bei unseren Mahlzeiten (aus den verschiedensten Gründen) etwas übrig, was dann meist weg geschmissen wird. Da ich ja immer mal erwähne, dass wir nicht unbedingt ein Ernährungsproblem, sondern viel mehr ein Nahrungsverteilungsproblem auf diesem Planeten haben, finde ich das nicht gut.

Und eben diese Leute die Ihr essen nicht aufessen (so wie ich), sondern wegschmeißen sind auch Teil des Problems. Da ich mich da ein wenig selbst erziehen will und muss, habe ich mir folgendes ausgedacht: Jedes mal wenn ich nicht aufesse, Essen Weg schmeiße oder ähnliches kontraproduktives mache, lege ich 50 Cent in eine Sparbüchse. Dieses Geld wird, wenn genug zusammen gekommen ist, gespendet. Wohin genau weiß ich noch nicht, da ich die ganze Organisationen nicht kenne und nicht weiß welche vertrauenswürdig ist. Bevorzugen würde ich Organisationen, welche denen nicht nur Reis vor die Mäuler werfen, sondern denen beibringen wie die das Zeug anbauen können. Wenn Ihr diesbezüglich einen Tipp habt, wäre ich dankbar. Außerdem denke ich dass, wenn genug zusammen gekommen ist, dies nicht mehr Weihnachtliche Hauptspendezeit ist.

Ich erhoffe mir davon, dass ich ein wenig mehr auf meinen Nahrungsverbrauch achte, und vorher überlege wie viel ich jetzt eigentlich essen will. Und Ja, ich weiß ich mache dass nur um mein Gewissen zu Waschen und spare außerdem noch Geld für Nahrung die ich nicht weg schmeiße. Und Ich hab als reicher Europäer keine Ahnung von Hunger und könnte noch viel mehr tuen.

Aber eventuell schaffe ich mir ja damit ein wenig Bewusstsein dafür. Ich verbiete natürlich keinem meine Ideen nach zu ahmen, zwinge aber auch keinen dazu.

Und Ja, es ist ziemlich dämlich am WeltantiAIDStag über Welthunger zu schreiben…


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