Bitlove für Alle

Podprox Icon(Hier oben ist sehr viel Einleitung – Weiter unten steht dann das wichitge)

Das erste mal, dass ich wirklich über BitTorrent gestolpert bin, war als ich die Aufzeichnungen vom  24C3 herunter laden wollte. Damals habe ich mir keine Wirklichen Gedanken darüber gemacht. Als ich die Aufzeichnungen vom 25C3 herunter lud fand ich das ganze System ziemlich cool und sozial. Beim 26C3 versuchte ich dann selber die Torrents von den Streamdumps zusammen zu sammeln. Ich war einfach von dem System ziemlich begeistert.

Neben Congress-Videos bestand meine Bildung ansonsten vor allem aus dem CRE-Podcast. Doch hier gab es keine Torrents – dafür aber bei Erscheinen einer neuen Folge oft nur langsame Downloads. Doch warum gibt es für ein so ähnliches Format keine Torrents, obwohl es bei den Aufzeichnungen vom Congress so gut funktionierte? Zwei Hauptgründe hatte ich damals im Kopf: Zum einen wollen sich viele Podcaster nicht mit noch mehr Technischem Klimbim wie der Erstellung von Torrents und zusätzlichen Feeds beschäftigen und zum anderen gibt es keine Podcast-Clients, welche mit BitTorrent-Feeds umgehen können. Ich hatte die Idee einen Client zu schreiben, der das alles löst. Er sollte Torrents automatisch erstellen und den BitTorrent Feed per P2P unter den anderen Clients verteilen. Doch bei dem Konzept ist es geblieben und ich habe nie ernsthaft angefangen das zu implementieren.

Doch seit einiger Zeit gibt es die Plattform Bitlove.org, welche den Podcastern die Arbeit mit den BitTorrent-Feeds abnimmt. Das ist einfach großartig, weil sich endlich was tut beim Thema BitTorrent und Podcasts. Noch schöner ist, dass Bitlove so gut angenommen wird.

Doch ein Problem besteht immer noch: Es gibt immer noch nicht viele Podcast-Clients, die mit BitTorrent  umgehen können. (Ja ich weiß es gibt Miro, aber wirklich gut ist der auch nicht.) Zwar schafft Bitlove endlich den Anreiz, dies zu ändern und entsprechende Clients zu bauen, doch auch die Art Podcasts zu konsumieren hat sich in den letzten Jahren ein wenig geändert: Podcasts werden vor allem auf Smartphones (jedenfalls so meine Wahrnehmung) konsumiert. Der kleine Unterschied ist dabei, dass die Clients auch auf den Smartphones laufen.

Auf dem iPhone haben wir hier dass Problem, dass Apple anscheinend BitTorrent nicht mag und BitTorrent Clients nicht in den Store lässt. Vielleicht könnte man hier ein wenig tricksen in dem Man in der App-Beschreibung nicht von BitTorrent sondern von „Der Revolutionären und Sozialen P2P Technology“ spricht. Aber selbst wenn die App den Zulassungsprozess einmal passiert bleibt die Zukunft solch einer App ungewiss.

Doch vor allem stellt sich die Frage ob BitTorrent auf einem Smartphone überhaupt sinnvoll ist. BitTorrent kann nur genutzt werden, wenn sich das Telefon im WLAN befindet, da sonst das Tarif-Volumen wohl sehr schnell erreicht wäre. Außerdem müsste die Podcast-App dann die ganze Zeit laufen um zu Seeden. Dies würde wieder Akku-Probleme mit sich bringen. Kurz: BitTorrent Podcasts am Smartphone ist gar nicht so sinnvoll.

Hier fängt das wichtige an

Das führt zu einer entscheidenden Frage: Muss sich denn wirklich der Podcast-Client um den BitTorrent kram kümmern? Und hier fängt auch eigentlich erst der Artikel an. Wir könnten doch ein kleines Programm zwischen Client und BitTorrent-Feed hängen, welches die Torrents herunter lädt und sie dann an der Podcast-Client unserer Wahl ausliefert.

Genau solch ein Programm habe ich gebaut. Faldrian hatte schon etwas ähnliches gebaut und ich habe mir sein Script genommen und weiter gebastelt. Herausgekommen ist Podprox. Im Grunde ist dies ein kleiner Proxy für Podcastfeeds, welcher aus Bitlove-Feeds wieder ganz normale Podcast-Feeds macht, die Dateien aber mit Transmission herunterlädt und an den Podcast-Client ausliefert und den Torrent dann weiter seedet. Der Gedanke dahinter ist, dass viele Podcasthörer daheim Homeserver oder ein NAS oder sonstige Computer, welche den ganzen Tag oder auch nur ein paar Stunden laufen, stehen haben. Auf diesen Geräten soll dann Podprox laufen. In den Podcast-Clients müssen nur die Feed-URLs geändert werden. Als kleiner Nebeneffekt müssen, wenn ihr Podcasts auf verschiedenen Geräten hört, die Dateien auch nur noch einmal herunter geladen werden.

Die einzige Vorraussetzung für Podprox ist Python und Transmission, wodurch das Skript auf so ziemlich jeder Maschine laufen sollte. Eine Anleitung zur Installation gibt es auf der Bitbucket-Seite. Ich will nicht  behaupten, dass das ganze schon fertig ist, aber es läuft erstmal soweit. Es währe toll, wenn ihr Verbesserungsvorschläge und weitere Ideen dazu habt.

Für Synology

Da die DiskStations von Synology sehr weit verbreitet sind und ich auch so ein Gerät habe, habe ich für diese Geräte ein Paket gepackt um die Installation zu vereinfachen. Diese ist jetzt mit wenigen klicks möglich. Dazu habe ich auch eine kleine Informationsseite gebaut. Hier gibts auch noch mal ein Anleitungsvideo in welchem ich zeige wie schnell man Podprox auf der DSM installieren kann:

Ich denke, dass dies ein wenig einfacher ist, als Podprox auf anderen Systemen zu installieren. Deswegen würde ich mich freuen, wenn jemand Programme/Pakete/wasauchimmer für andere Systeme baut um auch dort die Installation zu vereinfachen.

So und nun?

Ich hoffe, dass Podprox das Problem der fehlenden Podcastclients mit BitTorrent Unterstützung löst und Podcasts mehr per BitTorrent verteilt werden. Außerdem wäre es toll wenn mal jemand mit über den Code drüber schaut auch wenn er sicher nicht sehr sauber ist. (zeigt mir doch mal wie man sauberen Code schreibt.) Wie oben angesprochen wären Skripte zur einfachen Installation echt super.

tl;dr: Schau mal hier und da


Flattr this

Gebt dem Netz eine eigene Nachrichten-Sendung

Im Netz (unter Netz verstehe ich meine Twitter-Blase) wird sich immer wieder darüber aufgeregt, dass die „Großen Medien“ über bestimmte Dinge nicht berichten. So auch wieder in den letzten Tage beim #refugeecamp. Vor allem ARD und ZDF werden auf Twitter heftig kritisiert, dass sie nicht berichteten.

Einerseits ist das ein Problem, da bestimmte Themen, welchen eigentlich mehr Aufmerksamkeit zusteht von „Der Öffentlichkeit“ nicht wahrgenommen werden. Andererseits besteht das Problem, dass es oft einfach keine Informationen gibt. Die ersten Tage haben sich sicher viele Twitterer gefragt worum es beim #refugeecamp geht. Oft ist da die einzige Möglichkeit so lange durch die Twittersuche zu scrollen, bis man sich ein Bild der Sache machen konnte. Eigentlich möchte man diese Zeit aber nicht investieren.

Warum machen „Wir“ also nicht unseren Eigenen Fernsehkanal. Ich meine das nicht in dem Sinne, dass wir uns einen eigenen Satelliten-Sendeplatz mieten. Eine Wöchentlich Produzierte Nachrichtensendung von einer Länge von 15 Minuten auf Youtube würde für den Anfang schon völlig reichen. Zu Wichtigen Ereignissen kann man auch eine Sondersendung zwischendurch Produzieren. Wichtig ist, dass es eine einigermaßen Objektive Zusammenfassung von Ereignissen gibt und sich nicht jeder alles per Hand zusammen suchen muss. Bei Podcasts funktioniert das ja recht gut und hier gibt es auch Sachen, welche in diese Richtung gehen. Im Videoformat ist mir allerdings nichts bekannt.

Mit solch einer Show hätte man immer ein Ziel auf welches man verweisen könnte, wenn jemand fragt worum es bei diesem und jenem denn überhaupt geht. Und wenn die Show gut genug gemacht ist kommt die Aufmerksamkeit irgendwann auch von ganz allein.

Wichtig ist, dass dies ein Projekt ist, dass niemand allein schaffen kann. Es wäre echt toll, wenn sich ein Team zusammen finden könnte. Ich würde mir da aber ungern den Hut aufsetzen, da ich erstens dafür grad nicht wirklich Zeit habe (ja ich bin zu faul), und außerdem von journalistischer Arbeit keine Ahnung habe.

Nachtrag:
Mir fällt gerade das Bundesradio-Wahlstudio ein. Nicht ganz das was ich meine aber das hatte ich als Beispiel als Videoproduktion noch im Kopf.

Bei Livestreams wie z.B. vom #refugeecamp ist es vor allem ein Problem, dass es zwar den Livestream und Aufzeichnungen gibt, aber es nicht einfach ist sich die Relevanten 10 Minuten aus den 12 Stunden Videomaterial heraus zu suchen.

Es wäre toll wenn, sich alle die interesse hätten mal in den Kommentaren zu Wort melden würden, damit man sich zusammen finden kann.


Flattr this